Google denkt um. Der Tech-Gigant prüft aktuell eine Opt-out-Funktion für AI Overviews und den AI Mode in der Suche. Nutzer und Publisher könnten damit erstmals gezielt entscheiden, ob ihre Inhalte in Googles KI-generierten Suchergebnissen auftauchen dürfen, ohne gleich aus der klassischen Suche zu verschwinden.
Was steckt dahinter?
Bisher galt für Website-Betreiber ein Alles-oder-nichts-Prinzip:
Wer nicht wollte, dass Inhalte von Googles KI genutzt werden, musste sie komplett aus dem Index nehmen. Sichtbarkeit weg, Traffic weg. Jetzt deutet Google an, an neuen Steuerungsoptionen speziell für generative KI-Features zu arbeiten, darunter auch AI Overviews und der AI Mode. Bestätigt wurde das von Ron Eden, Principal Product Manager bei Google.
Auslöser ist nicht zuletzt der wachsende regulatorische Druck, vor allem aus Großbritannien. Die dortige Wettbewerbsbehörde CMA untersucht Googles Marktmacht und fordert mehr Kontrolle für Publisher über die Nutzung ihrer Inhalte.
Mehr Kontrolle für Publisher... oder ein neues Dilemma?
Auf den ersten Blick klingt das Opt-out nach einem Sieg für Medienhäuser und Content-Creator. Endlich selbst entscheiden, ob Google Inhalte zusammenfassen, zitieren oder in Chatbot-Antworten verwerten darf.
Doch die Kehrseite ist offensichtlich:
Wer aus den KI-Ergebnissen aussteigt, könnte massiv an Sichtbarkeit verlieren. Gerade AI Overviews stehen oft ganz oben in der Suche – noch vor den klassischen Treffern. Publisher stehen damit vor einer unbequemen Wahl:
Den KI-Traffic mitnehmen oder doch der Konkurrenz das Feld überlassen?
Und was bedeutet das konkret für Nutzer und Werbetreibende?
- Nutzer könnten künftig mehr Transparenz und Kontrolle über KI-Funktionen bekommen.
- Werbetreibende müssen genau hinschauen: Verschiebt sich Aufmerksamkeit weiter Richtung KI-Ergebnisse, verändern sich auch Reichweiten, Klicks und Werbestrategien.
Googles Balanceakt: Google betont, dass die Sucherfahrung weiterhin „hilfreich und schnell“ bleiben soll. Gleichzeitig verweist der Konzern darauf, dass „engagierte Klicks“ aus KI-Ergebnissen hochwertiger sein könnten. Viele Publisher sehen das jedoch skeptisch.
Wir sagen:
Ein möglicher KI-Opt-out wäre ein wichtiger Schritt Richtung Transparenz und Kontrolle, löst aber nicht das Grundproblem der Machtverteilung zwischen Plattformen und Content-Erstellern. Ob das neue Feature Publisher stärkt oder sie vor ein neues strategisches Risiko stellt, wird sich erst zeigen.
Bei einem sind wir uns allerdings nach wie vor einig: Die Zukunft der Google-Suche wird noch KI-lastiger. Und somit der Kampf um Sichtbarkeit härter denn je.
Quelle: reuters.com ; seroundtable.com
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