Google rollt Spam Update September 2026 aus
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- 26 Sep., 2026
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ChatGPT hat sich mit "Labrador" einen eigenen Web-Index aufgebaut. Damit setzt OpenAI nicht mehr überwiegend auf Google oder Bing. Das hat das Peec-AI-Analyst Tomek Rudzki durch die Auswertung der Server-Datenströme, die ChatGPT während einer Antwort an den Browser sendet, entdeckt. Für SEO bedeutet das: Wer künftig in KI-Antworten sichtbar sein will, kommt mit klassischer Google-SEO allein nicht mehr weit.
Bei "Labrador" handelt es sich nicht um einen einzelnen Index, sondern um ein Bündel vertikaler Indizes. Peec AI konnte zwölf davon nachweisen: allgemeines Web, PDF, YouTube, News (aufgeteilt nach letzten 24 Stunden, letzten sieben Tagen und älter), arXiv, Wikipedia, Local, Finance mit eigenem PDF-Zweig, Legal, Medical, Shopping und Bilder. Gespeichert werden – wie bei Google – Volltexte, Crawl-Datum und Veröffentlichungsdatum. Damit repliziert OpenAI in erstaunlich kurzer Zeit die Grundarchitektur, für die Google zwei Jahrzehnte gebraucht hat.
Vom 21. Mai bis 21. Juli 2026 tauchte in den Server-Sent-Events von ChatGPT ein Feld namens result_source mit genau vier Werten auf: labrador, bright, oxylabs und serp. Die drei letzten stehen für externe Anbieter, die Google-Ergebnisse abgreifen. Labrador ist der Eigenbau. Nach dem 21. Juli verschwand das Feld wieder aus dem Datenstrom, während die Infrastruktur selbst sichtbar aktiv blieb.
Der Ursprung geht auf ein Gerichtsdokument zurück: Im Kartellverfahren gegen Google sagte Nick Turley, bei OpenAI verantwortlich für ChatGPT, unter Eid aus, dass die Suchdaten der Nicht-Google-API-Partner "erhebliche Qualitätsprobleme" gehabt hätten. OpenAI habe eine Zusammenarbeit mit Google gesucht, sei dort aber abgewiesen worden.
So entstand ab 2023 der Plan B: ein eigener Index. Turley räumte allerdings ein, dass selbst mit vollem Zugriff auf Google-Daten mindestens fünf Jahre nötig wären, um alle Anfragen aus dem eigenen Bestand zu bedienen. Vollständige Unabhängigkeit ist also keine Frage von Monaten.
Dass OpenAI diesen Weg trotzdem konsequent geht, bestätigen Stellenausschreibungen. Gesucht werden Ingenieure für "Indexing-Systeme, Retrieval-Pipelines und Serving-Layer", eine "Engineering Manager, Online Data Systems"-Rolle spricht offen von einem Betrieb im Exabyte-Maßstab (10¹⁸ Byte), also einer Größenordnung, die nur Sinn ergibt, wenn man selbst indexiert und nicht nur fremde Ergebnisse durchreicht.
ChatGPT hat die klassischen Suchmaschinen nicht ersetzt, sondern eingegliedert. Ein Test von Peec-CPO Malte Landwehr belegt das: Er wählte eine Domain ohne organischen Traffic, stellte an bestimmten Tagen ausschließlich ChatGPT-Anfragen dazu, und exakt an diesen Tagen tauchten in der Google Search Console Impressionen auf. Bing wiederum zeigt sich vor allem im Deep-Research-Modus. Insgesamt zapft ChatGPT laut Peec-Analyse mindestens acht externe Zulieferer parallel an, darunter Bright Data, Oxylabs, Yelp, TripAdvisor und Microsofts Grounding-Plattform Web IQ.
Die Faustregel "Wer bei Google gut rankt, wird schon von ChatGPT zitiert" ist damit hinfällig. Sie war ohnehin eine bequeme Vereinfachung; jetzt ist sie messbar falsch. Mit folgenden Konsequenzen haben SEOs jetzt zu rechnen:
OAI-SearchBot, ChatGPT-User, GPTBot) in der robots.txt aussperrt, existiert für "Labrador" nicht; unabhängig vom Ranking bei Google. Umgekehrt gewinnen Signale an Gewicht, die zur Retrieval-Architektur passen: semantisch dichte, klar strukturierte Texte, die eine Frage in sich geschlossen beantworten, spielen in einer BM25-plus-Embeddings-Pipeline ihre Stärken aus. Thematisch verwässerte Sammelseiten haben es schwerer.Die Situation könnte für Google unbequem werden. Der Platzhirsch hat seine Marktstellung auch damit begründet, dass er de facto der Index des Webs sei. Wenn OpenAI in gut zwei Jahren einen konkurrenzfähigen Bestand aufziehen kann, bekommt dieses Argument Risse; aus kartellrechtlicher wie strategischer Sicht.
Für Webseitenbetreiber heißt das umgekehrt: Der Verhandlungshebel gegenüber KI-Anbietern wird größer. Und die Frage, wer unter welchen Bedingungen indexiert wird, dürfte in den kommenden Monaten zu einem eigenen Themenfeld werden.
SEO bleibt SEO, allerdings kommt ein Themenfeld hinzu. Die Optimierung für Nutzer und Google bleibt Pflicht. Die Sichtbarkeit in "Labrador" ist die neue Kür.
Manu ist seit Oktober 2020 Teil des Backlinked-Teams und leitet seit Oktober 2022 die Redaktion. Der gelernte Technik-Journalist hat in den vergangenen Jahren vor allem Erfahrung in den Bereichen (Automobil)Versicherung, Buchhaltung/Inkasso und Jobvermittlung gesammelt. Er schreibt für User, nicht für Suchmaschinen: Seine SEO-Texte haben immer den Mehrwert der Nutzer im Fokus.
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