Google testet in seinem Discover-Feed eine neue Funktion namens "Dive deeper". Dabei öffnet sich eine kurze, von Google KI-generierte Themenübersicht mit weiterführenden Links.
Wie funktioniert das? Was folgt?
Robby Stein, Vice President of Product bei Google Search, kündigte den Test am 18. September 2026 in einem X-Post an. Ihm zufolge startet das Experiment vorerst mit Video-Infokarten im Feed. Klicken Nutzer auf den neuen Button, erscheint ein kompakter Text, der das Thema zusammenfasst, mit dem Hinweis "Generated with AI". Darunter listet Google verwandte Artikel, Community-Reaktionen sowie Verweise auf Originalberichterstattung auf.
In den folgenden Wochen will Google verschiedene Designs testen und "Dive deeper" schrittweise weiterentwickeln. Ein unabhängiger Entwickler hat im Client-Code schon Hinweise darauf gefunden, dass die Schaltfläche nicht auf Videos beschränkt bleiben soll. Sie könnte auch bei klassischen Infokarten erscheinen.
Ein offizieller Zeitplan für einen breiteren Roll-Out ist bislang nicht bekannt. Auch nicht, ob es einen Blogpost, eine Hilfeseite oder eine Opt-out-Möglichkeit für Publisher geben wird.
Publisher schlagen Alarm!
Die Reaktionen aus der Publisher-Szene fielen innerhalb weniger Stunden deutlich aus: Kritiker bemängeln, dass die KI-Zusammenfassung den Usern schon die zentralen Fakten liefert und die Links zu den Quellartikeln in verkürzter Form eher klein daneben stehen. Der zusätzliche Klick führe damit nicht zum Verlag, sondern halte die Nutzer noch länger auf einer Google-Oberfläche.
Discover als wichtigste Traffic-Quelle steht auf dem Spiel
Wirtschaftlich wiegt das schwer, weil Discover für Nachrichtenseiten stark an Bedeutung gewonnen hat. Etwa zwei Drittel des von Google vermittelten Traffics entfallen auf Discover, und somit mehr als auf die klassische Suche. Das geht aus einer im August 2025 von PPC Land aufgegriffenen Untersuchung bei rund 2.000 analysierten News- und Medien-Websites hervor.
Geht die Klickrate dabei deutlich zurück, träfe das direkt die Refinanzierung zahlreicher Redaktionen.
Search Console liefert keine sauberen Zahlen
Auch die Messbarkeit stellt zunächst ein Problem dar. Die Google Search Console weist im Discover-Bericht bislang keine separaten Zahlen für einzelne KI-Funktionen aus. Impressions, die aus einer "Dive deeper"-Übersicht stammen, werden demnach, sofern überhaupt erfasst, mit anderen AI-Formaten vermischt. Publisher haben damit kaum Möglichkeiten, den Effekt des neuen Buttons auf ihren Traffic sauber zu isolieren.
Was bedeutet das für Website-Betreiber?
Die Abhängigkeit von einem einzigen Klick aus dem Discover-Feed wird riskanter. Wer in Zukunft in einer solchen KI-Übersicht auftauchen möchte, muss so klar erkennbar Originalquelle sein, dass Google das unmissverständlich erkennt.
Wie stark "Dive deeper" die Traffic-Verteilung tatsächlich verschiebt, wird sich wahrscheinlich erst in den kommenden Wochen zeigen.
Quelle:
Search Engine Land
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