Cloaking

Linda
  • 14 Jan., 2026
  • 5 Min. Lesedauer
  • 0 Kommentar(e)
Inhaltsverzeichnis

Beim sogenannten Cloaking (zu Deutsch: verhüllen oder tarnen) wird dem Webcrawler, etwa dem von Google, ein anderer Inhalt der Website präsentiert als dem tatsächlichen User. Dadurch geht die Suchmaschine davon aus, dass sich auf der entsprechenden Seite anderer Content befindet, als es tatsächlich der Fall ist. Eine clevere, aber riskante Art der Manipulation!

Was ist Cloaking?

Wie bereits erwähnt bezeichnet der Begriff eine Manipulation in der Suchmaschinenoptimierung (SEO), bei der einer Suchmaschine andere Inhalte angezeigt werden als den Besuchern einer Website. Ziel ist es, das Ranking in den Suchergebnissen zu verbessern, indem die Suchmaschine eine keywordoptimierte Version der Seite sieht, während die Nutzer eine optisch oder inhaltlich abweichende Variante erhalten.

Kurz gesagt: Crawler und echte Nutzer sehen unterschiedliche Inhalte. Das macht es zu einer typischen Black-Hat-SEO-Methode, die ganz klar gegen die Google-Richtlinien verstößt.

Wie funktioniert das?

Suchmaschinen nutzen sogenannte Crawler, um Inhalte im Index zu erfassen. Beim Cloaking greift der Server aktiv in diesen Prozess ein und entscheidet anhand von Merkmalen, welche Version der Seite ausgeliefert wird.

IP-Cloaking

  • Der Server erkennt die IP-Adresse des Besuchers.
  • Ist es eine bekannte Crawler-IP, wird eine speziell optimierte Version ausgespielt.
  • Normale Besucher sehen dagegen eine andere Variante der Seite.

User-Agent-Cloaking

  • Der Server prüft, mit welchem User-Agent die Seite abgerufen wird (z. B. Browser oder Googlebot).
  • Erkennt er einen Crawler, wird ein abweichender, SEO-starker Inhalt angezeigt.

Weitere Varianten

Auch serverseitige Manipulationen oder gezielter Umgang mit JavaScript können genutzt werden, um Suchmaschinen andere Inhalte vorzuspielen.

Warum wird Cloaking eingesetzt?

Hintergrund ist meist der Versuch, zwei unterschiedliche Ziele zu erreichen:

  • Optimale Indexierung für Suchmaschinen: Crawler können Text leicht verarbeiten, Multimedia-Inhalte wie Videos oder komplexe Grafiken dagegen schlechter.
  • Attraktive Darstellung für Besucher: Nutzer bevorzugen oft visuell ansprechende Seiten mit Design, Bildern und Videos.

Mit Cloaking versuchen einige Seitenbetreiber, beide Anforderungen zu erfüllen - und das auf Kosten der Richtlinien.

Welche Risiken und Strafen durch Cloaking gibt es?

Diese sogenannte Verhüllung oder Tarnung kann kurzfristig Rankinggewinne bringen, langfristig drohen jedoch harte Konsequenzen. Suchmaschinen haben in den letzten Jahren ihre Erkennungsmethoden massiv verbessert.

Mögliche Strafen:

  • De-Indexierung: Die Seite wird vollständig aus den Suchergebnissen entfernt.
  • Ranking-Absturz: Sichtbare Platzierungen brechen drastisch ein.
  • Manuelle Maßnahmen (Google Penalty): Google prüft auffällige Seiten gezielt und verhängt Strafen.
  • Reputationsschaden: Nutzer verlieren das Vertrauen in eine Marke oder Website.
  • Aufwand zur Wiederherstellung: Häufig bleibt nur der Weg über eine neue Domain.

Wie kommen einem Suchmaschinen auf die Schliche?

Google und andere Anbieter nutzen mehrere Methoden, um Cloaking zu erkennen:

  • Geheime oder „verdeckte“ Crawler: Diese tarnen sich als normale Nutzer, um unterschiedliche Inhalte aufzudecken.
  • Vergleich von Index und Live-Seite: Abweichungen zwischen gespeicherten und tatsächlichen Inhalten fallen auf.
  • Neutrale IPs: Um IP-Cloaking zu umgehen, nutzen Crawler dynamische IPs.
  • User-Agent-Simulation: Suchmaschinen rufen Seiten mit unterschiedlichen Kennungen ab und vergleichen die Ergebnisse.

So prüfen Webseitenbetreiber ihre Seite

Auch ohne tiefes Technik-Know-how können Seitenbetreiber prüfen, ob Cloaking vorliegt:

  1. Seitenabruf mit Googlebot-User-Agent: Tools wie „Fetch as Google“ (Search Console) oder Browser-Plugins zeigen, ob der Bot abweichende Inhalte erhält.
  2. Vergleich mit Live-Version: Prüfen, ob Nutzer und Bot denselben Content sehen.
  3. Logfile-Analyse: Zugriffe von Crawlern mit normalen User-Zugriffen vergleichen.
  4. Test mit neutraler IP: Seitenaufrufe über VPN können Unterschiede offenlegen.

Lieber White-Hat-Alternativen statt Cloaking

Wer langfristig gute Rankings erzielen will, sollte auf saubere SEO-Strategien setzen:

  • Gut strukturierte Inhalte: Klar gegliederte Texte, die Crawler und Nutzer gleichermaßen verstehen.
  • Technische Optimierung (Technical SEO): Sauberes HTML, korrekte Indexierung und schnelle Ladezeiten.
  • Progressive Enhancement: Multimedia-Elemente so einbinden, dass auch eine textbasierte Alternative verfügbar ist.
  • Schema Markup: Hilft Suchmaschinen, multimediale Inhalte korrekt einzuordnen.

Wir sagen: Finger weg vom Cloaking

Diese Art der Tarnung ist nunmal eine riskante Black-Hat-Methode, die längst zuverlässig erkannt wird. Kurzfristige Vorteile werden von noch größeren Risiken überschattet. Wer nachhaltig Sichtbarkeit aufbauen will, sollte deshalb auf White-Hat-SEO setzen: hochwertige Inhalte, klare Strukturen und nutzerorientierte Optimierung.

FAQ zum Thema Cloaking

Was ist Cloaking in der SEO?

Es ist eine Täuschung bzw. eine Manipulation, bei der Suchmaschinen andere Inhalte gezeigt werden als den Besuchern.

Ist Cloaking erlaubt?

Nein. Es verstößt gegen die Google Webmaster Guidelines und wird abgestraft.

Wie erkennt man Cloaking?

Durch den Vergleich von Crawler-Ansicht und Nutzer-Ansicht, Logfile-Analysen oder Tests mit verschiedenen User-Agents.

Welche Strafen drohen?

Von Ranking-Verlust über manuelle Maßnahmen bis hin zur vollständigen De-Indexierung.

Linda
Linda

Linda ist seit 2022 im SEO-Game aktiv und seit Mai 2023 als Junior Content-Managerin Teil des Backlinked-Teams. Mit ihrer Leidenschaft fürs Schreiben bringt die 29-Jährige frischen Wind in die Redaktion. Wenn sie nicht gerade im Auftrag unserer Kunden unterwegs ist, verbringt sie ihre Freizeit gerne im Gym oder mit ihrem Hund Milka. Linda sorgt dafür, dass ihre SEO-Texte nicht nur den Algorithmen, sondern vor allem den Lesern gefallen.

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