Zuletzt gab es ein paar kleine Neuerungen und Veränderungen bei der Suchmaschine. Wir haben das Wichtigste für Euch zusammengefasst.
Wenn ihr nichts Wichtiges mehr aus der Welt der SEO verpassen möchtet:
Google verschärft Regeln: Bewertungen müssen sichtbar gekennzeichnet sein
Die Suchmaschine hat seine Richtlinien für strukturierte Daten zu Review-Snippets nachgeschärft. Ab sofort gilt: Wer Bewertungen per schema.org/Review oder AggregateRating auszeichnet und dabei Rezensionen im Austausch für eine Gegenleistung (Geld, Rabatte, Gutscheine oder Gratisprodukte) einbindet, muss diese Gegenleistung klar und prominent offenlegen. Fehlt der Hinweis, dürfen die betroffenen Bewertungen nicht im Markup auftauchen.
Was ist wirklich verboten?
Google nennt in der aktualisierten Developer-Dokumentation zwei Fallgruppen:
- Bewertungen ohne echte Nutzererfahrung mit Produkt oder Dienstleistung.
- Bewertungen, die für einen Vorteil verfasst wurden, ohne dass dieser Vorteil sichtbar deklariert ist.
Beide fliegen künftig aus dem strukturierten Datensatz.
Warum das Gewicht hat
Verstöße können Konsequenzen nach sich ziehen: Sterne verschwinden aus den SERPs. Damit würde eine wichtige CTR-Maßnahme wegfallen, die viele Shops und Dienstleister als gesetzt einplanen. In Zeiten, in denen strukturierte Daten zusätzlich als Trust-Signal für AI Overviews und LLM-Zitationen wirken, ist der Schaden doppelt – organisch und im generativen Layer.
Was sollen Webmaster und SEOs jetzt tun?
Drei Handgriffe reichen für die Compliance-Prüfung:
- Audit der Review-Quellen – Test, Voucher-Kampagnen, Affiliate-Partner: Wo floss eine Gegenleistung?
- Transparente Bewertung – ein sichtbarer Hinweis wie „Testexemplar erhalten“ oder „Bewertung im Rahmen einer Produkttester-Aktion“ muss unmittelbar neben dem Review stehen, nicht im Footer versteckt.
- Konsistenz zwischen sichtbarem Inhalt und Markup – was per JSON-LD (JavaScript Object Notation for Linked Data) ausgezeichnet ist, muss auch auf der Seite so erscheinen.
Unsere Einschätzung
Die Aktualisierung ist keine Kehrtwende, sondern eine logische Fortsetzung der Google-Maßnahmen. Die Suchmaschine zieht die Grenze zwischen authentischem User-Feedback und bezahlter Werbung konsequent weiter, und setzt auf Transparenz. Wer mitzieht, bleibt sichtbar.
X gewinnt in AI Overviews und Discover deutlich an Boden
In den vergangenen Wochen präsentiert Google auffällig oft Beiträge von X in seinen AI Overviews. Und auch im Discover-Feed tauchen Posts der Plattform häufiger auf als noch im Frühjahr. Sistrix-Daten für den deutschen Markt bestätigen das ab Mai, und mehrere internationale SEOs wie Harpreet Chatha und Damien Andell erkennen das Muster ebenfalls.
Das hängt wahrscheinlich mit dem März- und Mai-Core-Update zusammen. Google hat in beiden Rollouts erkennbar an der Quellengewichtung geschraubt, wovon X besonders bei newsnahen und aktuellen Suchintentionen profitiert. Also genau an der Stelle, wo AI Overviews mittlerweile eh häufiger ausgespielt werden.
Was bedeutet das?
Kurzfristig verschiebt sich ein Teil der Sichtbarkeit auf newslastige Queries weg von klassischen Publisher-URLs hin zu Social-Snippets. Für Marken, Redaktionen und Personal Brands heißt das: Ein aktiver, thematisch fokussierter X-Account ist ein zusätzlicher Kanal in Richtung Google-Sichtbarkeit. Wer dort regelmäßig zu seinen Kernthemen postet – nachvollziehbar, mit klarem Profilkontext und sauberer Verlinkung – hat spürbar bessere Chancen, in AI Overviews zitiert oder in Discover ausgespielt zu werden.
Unsere Einschätzung
Ob dieser Trend dauerhaft ist, können wir nur schwer einschätzen. Google hat in der Vergangenheit die Gewichtung von Social-Quellen mehrfach zurückgedreht. Bis dahin gilt allerdings: Präsenz auf X gehört auf die Agenda jeder Redaktion, die Wert auf Sichtbarkeit in KI-Antworten und Discover legt.
Search Console: Seit dem 10. Juli keine neuen Indexierungsdaten
In der Google Search Console tut sich seit rund zwei Wochen nichts mehr bei den Reports zur Seitenindexierung. Die letzten Daten stammen vom 10. Juli. Auf der offiziellen Data Anomalies Page hat Google die Verzögerung bislang nicht eingetragen, ein Statement gibt es ebenfalls nicht.
Was hat das für Folgen?
Das betrifft bislang ausschließlich das Reporting, nicht die Indexierung selbst. Der Googlebot crawlt, verarbeitet und indexiert weiter wie gewohnt – nur kann man die diese Vorgänge in der GSC zurzeit nicht sehen. Für SEOs bedeutet das: Wer aktuell Relaunches, größere URL-Migrationen, hreflang-Umstellungen oder Canonical-Anpassungen am Laufen hat, kann die Entwicklung nicht am Report ablesen.
Bis dahin können sich SEOs wie gewohnt mit dem URL-Prüftool für Einzelfälle, site:-Abfragen für einen groben Trend, Server-Logs für die tatsächliche Crawl-Aktivität und (falls angebunden) Bing Webmaster Tools oder Drittanbieter-Crawler zur Gegenprobe behelfen.
Bei Kunden-Reportings sollte man auf den Stichtag hinweisen, um eine Fehlinterpretation der Zahlen zu vermeiden.
Unsere Einschätzung
Unserer Erfahrung nach werden solche Daten-Backlogs innerhalb weniger Tage nachgezogen – teilweise jedoch in einem Rutsch, was zu optisch heftigen Sprüngen in den Kurven führt. Das sollten SEOs auf dem Schirm haben. Bis dahin gilt: Ruhe bewahren, alternative Signale nutzen, Änderungen sauber dokumentieren.
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