Google verlinkt künftig nicht mehr direkt auf die URLs der Webseiten. Mit dem Umweg über sogenannte Goto-URLs (google.com/goto?url=) möchte sich die Suchmaschine gegen den Missbrauch seiner Suchergebnisse schützen.
Was genau passiert ist
Bislang zeigten Klicks in der SERP direkt die Ziel-URL im Browser an. Ab sofort schiebt Google einen Umleitungsschritt dazwischen. Der Nutzer sieht kurz die goto-Adresse, bevor die eigentliche Seite lädt.
Bestätigt hat den Rollout ein Google-Sprecher gegenüber Search Engine Land. Die offizielle Begründung fällt bewusst knapp aus. Google verweist auf eine lange Historie technischer Schutzmechanismen gegen sich wandelnde Formen von Missbrauch.
Nach Beobachtungen von Derek Perkins (Nozzle) läuft die Umstellung inzwischen bei nahezu 100 Prozent über mehrere Residential-IP-Anbieter. Getestet wurde die Funktion bereits seit einigen Monaten.
Warum geht Google diesen Schritt?
Der offensichtliche Adressat sind Scraper. Drittanbieter-Tools, KI-Systeme und SERP-APIs ziehen sich täglich Millionen von Suchergebnissen. Ein zusätzlicher Redirect erschwert das automatisierte Auslesen deutlich.
Der Zeitpunkt passt: Google hatte SerpAPI wegen Scrapings verklagt und zuletzt eine wichtige DMCA-Motion verloren. Technische Hürden ersetzen offenbar den Weg über die Gerichte.
Was bedeutet das für SEOs?
Für die tägliche Arbeit ergeben sich mehrere Baustellen:
- Rank-Tracking prüfen. Wer mit externen Tools wie Sistrix, Semrush, Ahrefs oder eigenen SERP-Scrapern arbeitet, sollte die Daten im Blick haben. Bei auffälligen Sprüngen oder Lücken lohnt eine Nachfrage beim Anbieter.
- Search Console bleibt verlässlich. Da die Daten in der Google Search Console direkt aus Googles Systemen kommen, sind sie vom Redirect nicht betroffen und bilden weiterhin die belastbare Basis für Reportings.
- Klickdaten in Google Analytics beobachten. Referrer-Informationen könnten sich in Einzelfällen verändern. Ein kurzer Vergleich der organischen Sessions vor und nach dem Rollout schafft Klarheit.
Auswirkungen für die Nutzer
Für die User ändert sich vorerst fast nichts. Sichtbar ist der Redirect nur im Statusbalken des Browsers, bevor die Seite lädt. Die Ziel-URL steht weiterhin unter Meta Titel und Snippet in der Trefferliste.
Es gibt einen möglichen Nachteil in Sachen Sicherheitsprüfungen: Man kann vor dem Klick nicht die volle Adresse im Browser sehen. Google entfernt Phishing- und Malware-Seiten laut eigener Aussage jedoch schnell aus dem Index.
Unsere Einschätzung
Google baut die Kontrolle über die eigenen SERPs konsequent aus. Für Anbieter von SEO-Software wird die Datenbeschaffung teurer und schwieriger.
Wer Reportings auf Basis externer Tools erstellt, sollte auf einen Mix aus Search Console, Server-Logs und Tool-Daten setzen. Blindes Vertrauen in eine einzelne Quelle wird auch in Zukunft keine gute Idee sein.
Quellen:
Search Engine Roundtable
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