Thin Content

Manu Magno
  • 13 Jan., 2026
  • 10 Min. Lesedauer
  • 0 Kommentar(e)
Inhaltsverzeichnis

Mit Thin Content (dünner Inhalt) sind oberflächliche Webseiteninhalte mit wenig Mehrwert für Nutzer gemeint. 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Definition:

Was ist Thin Content?

Google bezeichnet mit sogenanntem Thin Content Webseiteninhalte, die nicht den Webmaster Guidelines entsprechen und den Usern inhaltlich keinen Mehrwert bieten. Zum ersten Mal wurde die Bezeichnung über 2011 geleakte Quality Rater Guidelines bekannt.

Google gibt aus, dass Inhalte von Webseiten den Erwartungen der User entsprechen müssen. Deshalb stuft die Suchmaschine spätestens seit dem Panda Update Rankings von Webseiten herab, deren Inhalte "zu dünn" sind – auch wenn davon lediglich einzelne Seiten einer Domain betroffen sind, kann sich das auf die komplette Webseite auswirken.

Welcher Content als "dünn" gilt, bestimmen Algorithmen sowie die Quality Rater. Entdecken diese Thin Content, benachrichtigen sie den Webseitenbetreiber über eine manuelle Maßnahme in der Google Search Console.

Was sind die Eigenschaften von Thin Content?

Zu den typischen Merkmalen von dünnem Inhalt zählen mangelnde Originalität, geringe Relevanz und fehlender Nutzwert für die Besucher. Inhalte, die übermäßig viele Werbetexte enthalten, kaum textuelle Informationen bieten oder die wesentliche Aspekte des ursprünglichen Themas nicht abdecken, fallen ebenfalls unter diese Kategorie. Was genau zu dem minderwertigen Content zählt, kann Ansichtssache sein. Google selbst sieht das aber so:

  • Leere Seiten: Webseiten, die neben dem HTML-Grundgerüst keinen Content bieten (etwa wenn Bild- oder Textdateien, auf die verwiesen wird, nicht mehr existieren), ist ein klassischer Fall dieser Content-Art
  • Automatisch generierte Inhalte: Damit sind Inhalte gemeint, die mit Hilfe von Software automatisch erstellt werden. Dazu zählen auch automatisiert ausgelesene RSS-Feeds oder Texte, die andere Inhalte lediglich paraphrasieren bzw. synonymisieren.
  • Dünne Affiliate-Seiten: Dabei handelt es sich um Internetseiten, die nur die Inhalte der über das Affiliate-Programm bereitgestellten Informationen und Links zu entsprechenden Partnerprogrammen enthalten. Außerdem umfassen diese Webseiten keine oder nur sehr wenig einzigartige Inhalte wie Rezensionen, Tests oder anderen Content.
  • Kopierte Inhalte: Das ist Content, der von anderen Webseiten kopiert oder eins zu eins übersetzt wurde. Diese Inhalte kategorisiert Google nicht nur als minderwertig, sie können auch Urheberrechte verletzen.
  • Doorway Pages: Brückenseiten stuft Google als dünne Inhalte ein, weil sie lediglich den Zweck verfolgen, die Besucher zu einer anderen Seite mit Produkten zu leiten.
  • Zu wenig relevante Inhalte: Davon sind Webseiten betroffen, die Nutzern keinen Mehrwert bieten wie Seiten, die ausschließlich mit Bildern, nicht jedoch mit Text gefüllt sind. Zu irrelevanten Inhalten gehören ebenfalls reine Werbetexte ohne Aussage.

Infografik, die zeigt, was Thin Content ist

Thin Content als Soft 404

Ein weiteres Problem, das dünner Content verursachen kann, ist seine Ähnlichkeit mit Soft 404-Fehlern. Das bedeutet, dass Suchmaschinen wie Google Thin Content-Seiten irrtümlich als nicht vorhandene Seiten interpretieren können. Das kann negativen Einfluss auf die Indexierung und deine SEO-Bemühungen haben.

Wie geschieht das? In der Search Console erscheinen URLs ohne Mehrwert häufig unter "Soft 404", weil Google sie für die Suche als wertlos einstuft - und somit, als wären sie gar nicht vorhanden.

Suchmaschinen erhalten folgendes Signal: Die Seite erfüllt die Erwartung des Nutzers nicht und soll im Index keine Rolle spielen – auch wenn auf Seiten des Servers alles in Ordnung scheint.

Was sind Typische Thin-Content-Szenarien?

  • Leere oder fast leere Kategorieseiten, "Produkt nicht gefunden"-Seiten oder automatisch generierte Listing-Seiten ohne echten Zusatznutzen.

  • Seiten mit kaum oder generischem Text, reiner Werbung, kopierten Inhalten oder austauschbaren SEO-Textbausteinen, die den Search Intent wenig bis gar nicht abbilden.

SEO-Folgen dieser Einstufung

  • Wird Thin Content wie Soft-404 interpretiert, verschwenden Webcrawler Ressourcen auf Seiten, die später ohnehin aus dem Index fallen oder stark abgewertet werden.

  • In der Summe kann das die wahrgenommene Gesamtqualität einer Domain drücken: Index-Bloat, schlechte Nutzersignale und ein geringerer Domain Trust sind typische Nebenwirkungen.

Thin Content und SEO

Bei deiner SEO-Strategie solltest du dünne Inhalte vermeiden: Suchmaschinen wie Google bevorzugen hochwertigen Content, der den Besuchern relevante Informationen bietet. Bietest du den Besuchern deiner Seite auf lange Sicht keine ansprechenden Inhalte mit Mehrwert, könntest du sie in der Folge verlieren. Also handelt Google konsequent im Sinne der Nutzer, wenn die Suchmaschine Seiten abstraft, deren Inhalte nur kopiert (Duplicate Content) oder nutzlos sind.

Für SEOs bedeutet das, dass auch künftig der Fokus auf der Erstellung wertvoller Inhalte liegen sollte als auf dem Aufbau von Linknetzwerken. Zwar können Verweise von anderen Webseiten immer noch zu den Rankingfaktoren gehören, doch sind die Inhalte auf deiner Webseite ein entscheidender Faktor für gute Positionen in den SERPs geworden.

Wie kann man dünne Inhalte beheben?

Thin Content umfasst alles von automatisch generierten Texten bis hin zu Seiten, die nur aus Werbetexten bestehen. Um Thin Content zu beheben, ist es wichtig, Inhalte zu aktualisieren, zu erweitern oder zu entfernen, die nicht den Qualitätsstandards entsprechen. Durch eine regelmäßige Überprüfung und Optimierung der Inhalte kann die Qualität verbessert und die Sichtbarkeit in den Suchergebnissen erhöht werden.

Nutze Google Tools gegen Thin Content!

Thin Content kannst du systematisch mit einer Kombination aus Crawling-Tools und Nutzersignalen identifizieren und beheben. Dabei sind vor allem Screaming Frog, Google Analytics und die Google Search Console nützliche Werkzeuge.

Durch die Analyse von Suchanfragen, Indexierungsdaten und Leistungsberichten kannst du deine Inhalte kontinuierlich optimieren und den Erwartungen der Nutzer entsprechen.

Screaming Frog & ähnliche Crawler

  • Word-Count-Analyse: Nach einem Crawl kannst du dir in Screaming Frog die Wortanzahl pro URL ausgeben lassen und Seiten mit sehr wenig Text gezielt filtern.
  • Content-/Code-Ratio & Templates: Wirf einen Blick auf Content-zu-Code-Verhältnis und Seitentypen. Wenn fast nur Template-Elemente vorhanden sind und kaum individueller Inhalt, deutet das auf schwache oder austauschbare Seiten hin.​

Google Analytics: Nutzersignale lesen

  • Absprungrate und Verweildauer: Seiten mit hoher Bounce Rate und sehr kurzer Sitzungsdauer weisen oft darauf hin, dass der Inhalt die Suchintention nicht trifft oder kaum Mehrwert bietet.​
  • Seiten pro Sitzung & Mikroziele: Wenn Nutzer auf einer URL regelmäßig "aussteigen", kaum weitere Seiten aufrufen oder keine definierten Ziele (z. B. Scrolltiefe, Klicks, Downloads) erreichen, gehört diese Seite auf deine Watchlist für eine inhaltliche Überarbeitung.​

Google Search Console & Soft-404-Hinweise

  • Index-Berichte prüfen: In der GSC tauchen problematische Seiten etwa als "Soft-404" oder "Alternative Seite mit richtigem kanonischen Tag" auf. Das ist ein deutliches Signal, dass Google den Inhalt als schwach oder überflüssig einstuft.
  • Performance-Daten: Kombinierst du Impressions, Klicks und durchschnittliche Position mit der inhaltlichen Qualität, kannst du Seiten erkennen, die trotz Rankings kaum Interaktionen erzeugen.​

Weitere spezialisierte Tools

  • Onpage-Suiten & Checker: Verschiedene Thin-Content-Checker bieten eigene Reports zu Wortanzahl, semantischer Vielfalt und Content-/Code-Verhältnis, um auffällige URLs im Schwung zu identifizieren.
  • Duplicate-Checker: Tools für Duplicate Content helfen zusätzlich, Seiten mit dünnem Inhalt zu finden, deren Problem eher Austauschbarkeit als Textlänge ist.

Thin Content ist ein Schlüsselaspekt jeder Content Marketing Strategie. Durch die Erstellung von hochwertigem, einzigartigem und relevantem SEO Content, der langfristigen Mehrwert bietet (wie etwa Evergreen Content und Cornerstone Content), können Webseitenbetreiber nicht nur ihre SEO-Performance verbessern, sondern auch langfristige Content Marketing KPIs erreichen.

Fazit

Thin Content ist im Grunde das Gegenteil von Unique Content. Bedenke als Webmaster, dass sich die technischen Möglichkeiten zur Erkennung von "dünnen Inhalten" kontinuierlich verbessern. Du solltest also durchgehend hochwertige und möglichst einzigartige Inhalte auf deiner Webseite präsentieren, um nicht bei den Rankings zu verlieren. Verzichte auf Thin Content und punkte dadurch in den SERPs.

Manu Magno
Manu Magno

Manu ist seit Oktober 2020 Teil des Backlinked-Teams und leitet seit Oktober 2022 die Redaktion. Der gelernte Technik-Journalist hat in den vergangenen Jahren vor allem Erfahrung in den Bereichen (Automobil)Versicherung, Buchhaltung/Inkasso und Jobvermittlung gesammelt. Er schreibt für User, nicht für Suchmaschinen: Seine SEO-Texte haben immer den Mehrwert der Nutzer im Fokus.

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